Nominiert

„Der unabwendbare Anfang“ – Band 1 der Cybionic Trilogie ist für die Midlist Science Fiction des Skoutz Award 2022 nominiert. Im September darf abgestimmt werden. Ich freue mich schon mal sehr. Vor allem da unter den neun ausgewählten Büchern gleich zwei weitere Polarise Autoren zu finden sind. „Klima Korrektur Konzern“ von Uwe Post und „Nanopark“ von Uwe Herrmann.

zum Skoutz Award

Sonnenaufgang

Ella aus „Der unabwendbare Anfang“ – Cybionic Trilogie, Band 1

Am 3.September 1943 hat meine Oma Ruth dieses Gedicht in ihr Tagebuch geschrieben. Wie gerne hätte ich gewusst, wo sie es geschrieben hat. Was für ein Morgen es war. Ob sie alleine war. Zu Fuß ist sie aus dem damaligen Königsberg geflüchtet, hat das Bombardement von Dresden überlebt. Ihr Gedicht hat eine Schlüsselrolle in meinem Buch bekommen. Sie war der Ruhepunkt meiner Kindheit 💛
(Die Frau auf dem Foto ist nicht meine Oma. ) #deepfake

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Sonnenaufgang

Die Sonne kommt glühend und rot.
Bescheint sie das Leben oder den Tod?
Der Tod mit rosigem Antlitz schaut.
Ob ich mich fürchte, ob es mich graut?
Nun kommt eine dunkle Wolkenwand,
schon reitet die Sonne ins Niemandsland.
Und unser Leben, was wird es uns geben?
Erst geht die Sonne so strahlend auf,
dann nimmt sie langsam ihren Lauf!
Bald kommt eine Wolkenwand,
aus ist es mit dem hellen Brand.
Die Sonne im Leben, sie schwindet so schnell.
Wie ist es so dunkel, wann wird es hell?
Doch ist es nicht oft so mit einer Quell?
Man durstet, will trinken, doch sie versiegt so schnell.

Deadlines

Ich liebe #deadlines. Ich brauche einfach etwas Stress, seltsamerweise ziehe ich daraus Energie und denke auf einmal viel schneller und klarer. Durch eine sich nähernde Deadline, versinke ich im Flow, bin so tief in meiner Geschichte, dass ich sie nicht nur aufschreibe, sondern auch fühle. Den Rest der Welt nehme ich dann streckenweise nur noch unscharf wahr. Meine Liebsten wissen, dass man in solchen Phasen nicht so viel mit mir anfangen kann. Da wir in NL noch bis zum 12.1. im harten Lockdown sitzen, habe ich diesmal sozusagen eine natürliche Deadline für das Lektorat von Cybionic Band 2. 400 Seiten in 18 Tagen überarbeiten. Inzwischen bin ich bei Kapitel 48 von 56 und langsam setzt doch etwas Ermüdung ein. 🧐 Die Mitte einer Trilogie hat es auch noch einmal extra in sich. Die Nähte zum ersten und zum dritten Band müssen stimmen, und das Buch braucht auch noch einen sinnvollen Höhepunkt und Abschluss. Nach Cybionic schreibe ich wahrscheinlich nicht so schnell noch eine Trilogie. 😉

Berlin – wo alles anfing

„Der unabwendbare Anfang“ spielt in Berlin, das stand fest, bevor ich auch nur ein Wort geschrieben hatte. Keine andere Stadt hat so viele unterschiedliche Realitäten in einem so kurzen Zeitraum durchlebt, so viele abrupte Umbrüche ertragen und sich jedesmal wieder neu erfunden. Und außerdem hat Berlin einen festen Platz in meinem Herzen, seit ich in den neunziger Jahren dort leben durfte: Straßen ohne Namen, Universitätsbibliotheken, deren Inhalt von einem Tag zum nächsten komplett auf dem Bürgersteig lag, da die alte Weltanschauung ausgedient hatte. Illegale Clubs in verfallenen Kellern. Die Zukunft war weit weg, die Vergangenheit wurde gerade gelöscht und die besten Partys fanden auf den Dächern hoch über der Stadt statt. Die Berliner Geschichte ist ein perfekter Spiegel für den Anfang meiner Geschichte. Denn sogar in SciFi ist die Vergangenheit wichtig – das Neue wächst immer aus dem, was vorher war.