Pitch

Mein Sommer steht ganz im Zeichen des Schreibens, Lernens und Vernetzens: Ich nehme an einigen Kursen und einer Masterclass rund um die Themen Publishing, Literaturagenturen und Buchmarketing teil. Keine trockene Theorie – auf meinem Schreibtisch liegt ein frisch fertig gestelltes Manuskript, und ich will es noch einmal aus einer anderen Perspektive genau unter die Lupe nehmen, bevor es hoffentlich bald in den Bücherregalen steht.

Nach vier dystopischen Sci-Fi-Romanen habe ich mich in den letzten drei Jahren intensiv mit der menschlichen Psyche und unserer Suche nach Wahrheit und Wirklichkeit beschäftigt. Entstanden ist ein psychologisches Drama – und dafür suche ich jetzt einen neuen Verlag und eine Literaturagentur.

Ich freue mich auf inspirierenden Austausch mit Autoren, Herausgebern und Agenten – und auf all das Wissen, was auf mich wartet.

Im August geht es los, und derzeit feile ich an Pitch und Exposé. Hier meine erste Pitch Version:

Arbeitstitel: Die Wahrheit klingt anders

Genre: Literarischer Roman / psychologisches Drama

Umfang: ca. 450 Seiten (fertig fürs Lektorat)

Zielgruppe: Der Roman richtet sich an ein literarisch interessiertes Publikum, das sich für psychologisch komplexe Figuren und Grenzgänge zwischen Realität und Wahn interessiert.

Pitch:
Mijou Maers, erfolgreiche Anwältin in New York mit europäischen Wurzeln, zieht sich in ein abgelegenes Schweigeretreat zurück. Nach außen scheint ihr Leben perfekt: Yale-Abschluss, Leitung einer renommierten Kanzlei, Disziplin, Erfolg. Doch in der Stille des Klosters brechen verdrängte Erinnerungen auf – an eine Kindheit im Schatten einer manipulativen Mutter, an ihre Zeit als radikale Tieraktivistin in Brüssel und an eine spurlos verschollene Liebe. Was als spirituelle Auszeit beginnt, wird zur Konfrontation mit traumatischen Erlebnissen, einer toxischen Familiengeschichte und einer bröckelnden Identität. Zwischen Schuld, Wahn und Wahrheit entspinnt sich ein psychologisches Drama über Selbsttäuschung, Erinnerung und die Frage: Wie weit sind wir bereit zu gehen, wenn wir einmal anfangen zu zweifeln?

Neuerscheinung: Pling fällt – Eine surreale Erzählung

Ab sofort auf Amazon erhältlich.
ISBN: 9798304768429
115 Seiten mit Zeichnungen

Klappentext: Solange Pling sich erinnert, bleibt auch Vita bei uns. Dem schleichenden und unaufhaltsamen Vergessen zum Trotz erzählen zwölf gravierende Momente aus ihrem Leben, das gelenkt wird durch außergewöhnliche Talente, ihrer warmen und doch unscheinbaren Liebe zu Victor und zu den Dingen dieser Welt, die für Vita schon immer mehr waren als leblose Gegenstände. Die materielle Welt und der Fluss der Zeit verlieren in Plings Erinnerungen allmählich an Bedeutung, bis sie sich in der Unendlichkeit auflösen und Vita in eine andere Wirklichkeit entlassen.

endgültig unergründlich

Arbeit wage ich es nicht zu nennen, aber ohne stundenlang in der Gegend herumzulaufen, könnte ich nicht Schreiben. Die Welt ist so wunderbar surreal, voller verwischter Spuren und kleiner Geschichten, die irgendjemand zurückgelassen hat, die das menschliche Dasein aus allen möglichen Winkeln belichten, die mich nach einer Logik suchen lassen, nach der Schönheit der großen Wahrheiten und der noch größeren Lügen, einem Gefühl, einem Sinn, oder dem Konstrukt des Chaos, das des Lebens endgültig unergründlich erscheinen lässt – auch gut.

Unterwegs

Brüssel, 17.11.2023

Unterwegs mit meinem Notizbuch, da das Manuskript fast fertig ist, habe ich diesmal meinen Laptop mitgeschleppt, aber die 1,2 Kilo hätte ich mir sparen können, Vorort schreibe ich am liebsten mit Stift auf Papier. Die komplexen Geschichten müssen eben warten, gerade fesseln mich nur die kleinen Beobachtungen:
„Auf allem lag eine dünne aber trotzdem blickdichte Staubschicht. Auf den Wänden und Pflastersteinen fiel der Staub nicht auf, aber die alten farbigen Fenster verrieten ihn, denn er raubte ihnen nicht nur die Farbe, er verlieh ihnen auch eine eigenartige Dreidimensionalität.“

Der unauflösbare Rest – Cybinonic Band 3

Ein Happy End mit leicht dystopischem Beigeschmack – das war von Anfang an das Ende, das mir für die Cybionic Trilogie durch den Kopf geisterte.

Eine Dystopie ist eine Erzählung, in der eine erschreckende Gesellschaftsordnung dargestellt wird – dort fing in Band 1 alles an. Wo ich mit der Geschichte hinwollte, liegt jedoch ein Paradies, ein Ort des vollkommenen Glücks, an dem Gut und Böse nicht nur gleichzeitig, sondern in Symbiose existieren. Befreiung und Gefangenschaft, Tod und Leben, alles ist miteinander vereint. Die Dualität der menschlichen Existenz löst sich in ein lineares Sein auf, oder ist es schon ein Nicht-Sein?

Und damit kamen beim Schreiben eine ganze Reihe Fragen in meinen Kopf, deren möglichen Antworten ich mit Liv und ihren Wegbegleitern umkreist habe:

Was, wenn die Technologie der Biologie tatsächlich überlegen ist und sie sich zum Untertanen macht, nicht aus Bösartigkeit, sondern einfach als logische Folge, weil sie weniger Irrwege einschlägt, weil sie schneller ist, nicht Generationen auf ihre meist zufällige Evolution warten muss? Was macht die Akzeptanz der Kontrollosigkeit mit einem Menschen? Was, wenn sich Livs Identität auf dem Weg zum Happy End immer weiter auflöst und erst dadurch der Zustand des Glücks eintritt? Ist das Paradies dann nicht ein Betrug?

Wie wird Livs Leben auf der Inselwelt sein, von der kein Mensch je wissen wird, wie sie tatsächlich aussieht, denn nicht unsere Augen sind es, die uns die Bilder der Welt zeigen, sondern unsere Gehirne – und Livs Gehirn hat ihr noch nie allein gehört. Ihr Bewusstsein unterliegt einer fremden, künstlichen Regie, der sie sich immer mehr übergeben wird. Der Verlust der eigenen Wahrnehmung erwacht als eine Form des Wahnsinns, der sie mitreißt in den glückseligen Strudel der alles beherrschenden Fantasie einer virtuellen Intelligenz.

Die menschliche Sehnsucht nach Sinn bekommt mal wieder ein neues Gewand: Eine fast schon religiöse Beladung des Technischen, in der Liv ihr ewiges Glück findet, solange der paradiesische Betrug rissfrei bleibt.

Sneakpreview aus dem Notizbuch

Goldgelberstaub

Die Geschichte, an der ich gerade schreibe, spielt in Brüssel. Fast alle Orte in meinen Büchern habe ich tatsächlich besucht, denn ich liebe es durch die Straßen zu irren und Gebäude, Plätze oder einen Park zu suchen, die mich inspirieren . Als ich dieses Haus sah, wusste ich sofort, hier wohnt Ayla. Mit der Aussicht auf das alte Brüsseler Börsengebäude, an dessen Dach sich Figuren und Fabelwesen tummeln. Was zur Realität gehört und wo bereits der Wahn anfängt, weiß Ayla nie so genau, wahrscheinlich, so erklärt sie es sich selbst, weil sie in der Stadt der Comics und Pralinen lebt, in der sich Realität und Imagination schon immer unauffällig vermischt haben. Natürlich ist es in echt noch viel schlimmer… 😉

Sneakpreview aus dem Notizbuch

Während Akito immer höher in den Himmel aufstieg und Ayla im Geiste mit ihm mitflog, lehnte sie sich gegen die Balustrade des Balkons. Ihr Blick wanderte von der Regenrinne, auf die erste Reihe der Dachziegel und von dort Reihe für Reihe weiter hinauf bis zu der alten verrosteten und inzwischen sinnlos gewordenen Antenne, die noch immer am Schornstein des Hauses hing. Die Antenne glich einer Sprungschanze in den Himmel und gleichzeitig erinnerte sie Ayla an Neptuns Dreizack, der die Kräfte des Meeres bündelte und bei Bedarf in eine zerstörerische Kraft umsetze. Hinter dem Dreizack schwebte eine fast durchsichtige Schäfchenwolke und das Licht eines Sonnenstrahls verhedderte sich in den Wassermolekülen. Sie fühlte die Kälte, als ob ein paar unsichtbare, hauchdünne Regentropfen aus der fast durchsichtigen Wolke auf sie hinabfielen. Die kleinen Härchen an ihren Armen stellten sich auf. Sie sah auf das Thermometer neben dem Küchenfenster. Achtundzwanzig Grad war es bereits. Ihr Gefühl musste sie täuschen, es war hier auf diesem alten Balkon, mit der unwirklichen Aussicht auf die mit unzähligen grotesken Figuren besetzten Brüsseler Börse, nicht kalt. Die Wesen an der Börsenmauer ächzten sogar leise, denn sie hingen ungeschützt auf dem kahlen Beton in der prallen Morgensonne.

Cybionic 3 – Der unauflösbare Rest

#Leseprobe

Beim Anblick des hohen Gewölbes und der bunten Glasfenster fühlte sie die kalten Hände des Wassers in ihrem Nacken. Basílica del Mar. Die Kirche des Meeres. Warum musste sie ausgerechnet an einen Ort mit diesem Namen kommen?
»Deine Seele ist käuflich, das ist das Schlimmste«, flüsterte sie, während sie durch das hohe Kirchenschiff schritt. An den alten Gemäuern erblickte sie menschliche Figuren, die in mehreren Metern Höhe an den Wänden befestigt waren und vorwurfsvoll auf die Besucher hinuntersahen. Auf kleinen alten Tafeln an den Wänden las sie, dass es Heilige waren. Die Namen sagten ihr nichts. Sie eilte an den Mauern entlang, die Heiligen der Alten Welt folgten ihr mit leidvollen Blicken. Bei einem auffallend schmächtigen Körper verlangsamte sie ihre Schritte. An einer Säule vor ihr hing die Statue einer jungen Frau, der Anblick zog sie an, die Gesichtszüge waren kindlich und unschuldig. »Komm her«, rief die Figur ihr zu. Mit einem seltsam berauschten Gefühl beugte Liv sich über das dazugehörige Namensschild. Sant Pancra, las sie leise.

Der unauflösbare Rest erscheint am 30.6.2023 #cybionic Band 3

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